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Initiative “Home-Schooling braucht Infrastruktur” mit Unterstützung des Landes Vorarlberg

Seit März sind die Bildungseinrichtungen in Piaui geschlossen, das Ende der Sperre ist nicht absehbar. In der Gemeindeschule von Sao Miguel erhalten die Schülerinnen und Schüler wöchentlich Arbeitsblätter, aber keine Rückmeldung. Mit diesem Home-Schooling sind vor allem jene Eltern überfordert, die selbst schlecht bis gar nicht lesen und schreiben können. Unser Team war sicher: „Das ist zu wenig für unsere Kinder. Sie brauchen regelmäßig Kontakt und Erfolgserlebnisse.“ Und so sprangen sie als einzige in die Welt der Digitalisierung des Unterrichts, denn viele Familien waren per whatsapp erreichbar. Erste Probestunden wurden aufgenommen und auf youtube gestellt.

Doch zehn Familien hatten kein Endgerät für online-Unterricht.

Deshalb starteten wir im Sommer 2020 unser Projekt: “Home-Schooling braucht Infrastruktur”. Wir sammelten Geld für Tablets und die Vorarlberger Landesregierung hat die Spenden verdoppelt! Somit konnten die benötigten Tablets und Ausrüstungen für die Fundacao angeschafft werden. Die Tablets wurden so konfiguriert, dass Gewaltspiele und entsprechende Seiten gesperrt sind, Lernspiele aber zugänglich.

Die Übergaben der Tablets erregte Aufsehen, versicherte uns Kaio, und sie machten Mut.

Sehr gerne haben wir diese Initiative des Teams unterstützt und danken allen, die mitmachten! Und ein besonderer Dank gilt Michael König und der Vorarlberger Landesregierung für die Verdoppelung der Spenden und die schnelle, freundliche und kompetente Abwicklung!

Der digitale Unterricht hat sich nun eingespielt:

Die jüngeren Kinder erhalten jede zweite Woche ihren Lernkoffer mit einem Buch, einem Motivationstext und einer kleinen, süßen Belohnung. Weil sie ihren Bericht über das Buch nicht wie gewohnt den Kollegen präsentieren können, filmen die Eltern mit dem Handy, wie ihr Kind über das Buch erzählt. Sie senden das Video dann an die Lehrerin. Der Kontakt zwischen Erziehungsverantwortlichen und Team der Fundacao hat sich positiv verstärkt!

Für die vierte und fünfte Schulstufe gibt es jetzt zwei- bis dreimal in der Woche eine Stunde VideoUnterricht mit google meet. Die Eltern sind in Whats-App-Gruppen organisiert und im Kontakt mit Ceicinha und Adriele, den Lehrerinnen der Fundacao. Der Live-Unterricht per Video kommt in den Familien sehr gut an: „Da kann ich auch mitlernen. Und es ist gratis!“, meldete sich eine Mutter bei Kaio ganz begeistert.

Das Projekt ist ein Modell. Mit Kreativität und Lerneifer hat das Team der Fundacao ein deutliches Zeichen gesetzt gegen das Gefühl von Ohnmacht und des Verlassen-Seins im Umfeld.

Im Umgang mit der Pandemie

„Unsere Arbeit ist nicht umsonst.“ Das war die Botschaft eines langen Skypegesprächs mit Kaio, dem Leiter der Fundacao. Trotz aller Sorgen strahlt er Zuversicht aus, Dankbarkeit und Mut. Die weltweite Pandemie trifft Brasilien besonders stark.

Er besuchte in den letzten Monaten alle Familien, brachte Lebensmittelpakete und erkundete die Situation in den Familien.

Gemeinsam mit seinem Team der Fundacao beweist er den Willen zur Weiterentwicklung und das Team ist in den digitalen Unterricht gestartet – siehe Beitrag “Home-Schooling braucht Infrastruktur” mit Unterstützung des Landes Vorarlberg.

Doch nicht nur die Fundacao findet ihren eigenen Weg, der Pandemie und ihren Einschränkungen zu begegnen. Auch das Therapiezentrum Sao Rafael überwindet mit viel Engagement die Hürden der Krise, denn auch die Familien von lernbehinderten Kindern / Erwachsenen benötigen Unterstützung. 

Das Team vom Therapiezentrum hat sich dazu eine gute Kooperation in Corona-Zeiten ausgedacht und stellt jetzt für jeden Einzelnen einen persönlichen Koffer mit Lernspielen, Büchern, Bastelmaterial, Anleitungen für Gymnastik etc. zusammen. Zudem werden die Familien 1 x pro Woche besucht, man bespricht die Situation, übt zusammen und überreicht den nächsten Koffer. „Ich kam in das Haus von Renata, und sie war gerade dabei einen Teppich zu knüpfen. Das hat sie bei uns gelernt und es macht ihr viel Freude!“, schildert Kaio eines der aufbauenden Beispiele.

Und das sind erst einige der Initiativen! „Wir wollen das beste aus der Situation machen und alle profitieren davon!“, meinte Kaio.

Spende Firma Haberkorn, Österreich

Die Unternehmensgruppe Haberkorn ist der größte technische Händler in Österreich und hat für sein Nachhaltigkeitsprogramm bewusst kleine, regional verankerte Hilfsorganisationen ausgewählt, um in unterschiedlichen Teilen der Erde Wertvolles zu bewirken.

Für das Jahr 2020 und auch Folgejahre haben wir die Zusage für jährlich € 5.000,– zur finanziellen Unterstützung
unseres Vereins bekommen.

Wir sagen DANKE an die Unternehmensgruppe Haberkorn!

Die Finanzierung der Fundacao Asas hängt trotz mehrmaliger Zusagen seitens des Staates Brasilien immer noch zu 2/3 von unserem Verein ab. Eine Finanzierungshilfe der Gemeinde Sao Miguel und diverse Aktionen wie Nahrungsmittelspenden, Sachleistungen und Verkäufe von selbsterstellten Waren sichern den Rest.

Langfristig ist es unser Ziel, dass die Fundacao finanziell eigenständig und von Zahlung aus dem Ausland unabhängig wird. Gemeinsam mit dem Team vor Ort arbeiten wir darauf hin.

Mit der finanziellen Unterstützung ermöglicht Haberkorn, dass die Kinder in Sao Miguel auch in der Krise lernen
können. Die Kinder der Fundacao Asas hätten sonst keine Chance um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Diese Grundfertigkeiten sind in dem armen Teil Brasiliens jedoch die einzige die Möglichkeit auf ein würdevolles Leben in
Eigenständigkeit.

Andrea Sutterlüty (Referentin Nachhaltigkeit Haberkorn und Christine Golderer (Kassierin Kinderhilfe Brasilien)