Literaturtipp

Unterstützung und Lektüretipp

Das neue Schuljahr hat angefangen und für uns gab es gleich gute Nachrichten:

Sowohl der Entwicklungshilfeclub als auch die Initiative Teilen e.V. werden uns auch 2016 unterstützen!

Wir freuen uns natürlich sehr, doch bleibt noch viel zu tun.

Ein Zeitungsartikel aus der Zeit illustriert gut, wie die Situation in Brasilien für Menschen ist, die nicht Lesen oder Schreiben können. Denn wer seine Rechte nicht kennen kann, ist auf Hörensagen angewiesen und kann sie auch nicht einfordern.
Die Lektüre lohnt sich, es führt einem drastisch vor Augen, wie wichtig die Arbeit der Fundacao ist!

Alphabetisierung ist ein Weg aus der Ausbeutung. Unsere Unterstützung ist hier dringend gefragt! Eure Spenden helfen den Kindern in Sao Miguel gezielt und nachhaltig.

 

 

Fußball! Erster Vorgeschmack auf die WM

Noch bevor die WM am 12. Juni eröffnet wird, gibt es für alle Fußballfreunde schon erste Berührungsmöglichkeiten:

»Gooool do Brasil – Kartografie

einer nationalen Leidenschaft« von Alois Gstöttner

Das Buch, das mehr als nur einen Einblick in brasilianischen Fußball gibt, ist Anfang März 2014 bei Club Bellevue erschienen. Eine ausführliche Buchbeschreibung mit Bildergalerie findet Ihr hier.

Der Autor des Buches, Alois Gstötter, wird bei den ORF Übertragungen als Experte im Bereich »Fußball in Brasilien, Geschichte, aktuelle Situation, Stadien, Austragungsorte« geladen sein. Zur Erscheinung des Buches wurde er von Standard interviewt. Dazu geht es hier entlang.

Mindestens soviel Aufmerksamkeit verdient die Podiumsdiskussion am

Donnerstag, 10. April 2014: »Brasilien im WM-Taumel: Die Fußballnation zwischen Begeisterung und Protest« um 19.00 in der Wiener Hauptbücherei.

 

Mehr dazu kann man hier lesen!

 

 

“Ein Brasilianer in Berlin” von João Ubaldo Ribeiro

Der brasilianische Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro zieht für ein Jahr nach Berlin und schreibt in dieser Zeit Kolumnen für die Farnkfurter Rundschau. Seine in den Jahren 1990/91 verfassten Kurzgeschichten über das Leben als Brasilianer in der seit kurzem nicht mehr geteilten Stadt spiegeln sowohl einen historisch sehr interessanten Zeitraum der deutschen Geschichte als auch einen liebe- und humorvollen Blick auf Eigen- und Fremdwahrnehmung, auf kulturelle Eigenheiten, Vorurteile und Neugierde.

Das Buch ist sehr unterhaltend und kurzweillig. Es gibt einem Einblicke in die brasilianische (und die deutsche) Seele und bringt einen immer wieder zum leisen Kichern und lauten Lachen. Empfehlenswert

  • für Leute mit Interesse an Brasilien, der Welt oder Geschichte
  • für Leser mit Humor, die auch gerne über sich selbst lachen
  • ab etwa 14 Jahren, da die historischen Gegebenheiten etwas Vorbildung brauchen
  • für Freunde der “Tante Jolesch”, die einem immer wieder beim Lesen in den Sinn kommt
  • für jeden, der gerne unterhaltsame Bücher liest
  • für Leute mit wenig Zeit oder wenig Konzentration. Denn das Buch ist kurz und enthält ausschließlich Kurzgeschichten von wenigen Seiten

Ein kurzes Zitat daraus:

“Dennoch ist das Leben hier manchmal recht schwierig, wie zum Beispiel heute. Das Telefon klingelte, ich nahm ab, ein sympathischer, höflicher Deutscher auf der anderen Seite wollte wissen, ob ich für einen Vortrag am Mittwoch, dem 16. November, um 20.30 Uhr Zeit hätte. Ich weiß, daß ein Deutscher nur schwer verstehen kann, warum ein Brasilianer eine solche Frage nicht begreift. Wie kann jemand mit solcher Genauigkeit so lange im voraus etwas festlegen wollen, diese Deutschen sind wirklich verrückt. Aber ich wollte nicht unhöflich sein, und wie immer bat ich meine Frau um Rat.

“Frau” sagte ich, nachdem ich den Anrufer gebeten hatte, einen Augenblick zu warten. “habe ich irgendeine Verabredung am 16. November, Mittwoch, um 20.30 Uhr?”

“Bist du verrückt?” sagte sie. “So eine Frage kann doch keiner beantworten.”

“Ich weiß, aber da ist ein Deutscher, der eine Antwort will.”

“Sag ihm, du gibst ihm morgen Bescheid.”

“Und wenn er morgen anruft? Er ist Deutscher, er wird morgen anrufen, er weiß nicht, was morgen heißt.”

“Ach, diese Deutschen spinnen doch. Du bist Schriftsteller, denk dir eine poetische Antwort aus, sag ihm, das Leben ist ein ewiges Morgen.””

Aus: “Ein Brasilianer in Berlin” von João Ubaldo Ribeiro. Erschienen im Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 1994. S. 34-35.

ISBN 978-3-518-38852-5